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Zweigeteiltes Bild, links blauer Hintergrund mit weißer Schrift "Mehrwert Praxislabor: 5 Tipps zur zahntechnischen Abrechnung digitaler Leistungen" daneben junger Mann vor blauem Hintergrund der in die Kamera lächelt und beide Arme einladend nach vorne streckt.

Mehrwert Praxislabor: Die richtige Abrechnung eröffnet neue Möglichkeiten bei gefrästen und gedruckten zahntechnischen Arbeiten

In Deutschland bestehen aktuell rund 19.500 gewerbliche Dentallabore. Rund 32 Prozent aller Zahnarztpraxen betreiben ein eigenes Labor. In diesen wird zunehmend mit Scannern, Fräsmaschinen und 3-D-Druckern gearbeitet – die digitale Welt hat in der Zahntechnik Einzug gehalten. Dabei entstehen auch neue Fragen zur Abrechnung. Uwe Koch vom DZR Kompetenzcenter Zahntechnik/BEL/BEB gibt Ihnen dazu fünf wertvolle Tipps.

 

1. BEB-Positionen für gefräste Arbeiten erstellen

Aktuell gibt es lediglich in der BEB Zahntechnik aus dem Jahre 2009 vom VDZI eine Ergänzung im Bereich CAD/CAM Leistungen. Diese Liste mit ihren sechsstelligen Nummern und oft nicht immer leicht verständlichen Texten (Beispiel: 1.01.07.0 Modell GKRP) ist eine Möglichkeit. Ein wesentlich umfassenderes Werk mit über 140 Positionen stellt die DZR BEB CAD/CAM® dar. Darin sind alle vorkommenden Leistungen von der Analyse über das Scannen, Konstruieren, Herstellen, Nacharbeiten und Veredeln aufgeführt. Sie können diese dann sofort in Ihre EDV übernehmen.

Mit DZR H1 CAD/CAM haben Sie Zugriff auf die komplette DZR BEB CAD/CAM® sowie auf die komplette BEL II, BEB 97, BEB Zahntechnik und vieles mehr – alles in einem einzigen digitalen Tool. Testen Sie jetzt gleich kostenfrei und unverbindlich unter www.dzr-h1.de.

 

2. Korrekt abrechnen

Ein digitales Modell ist kein Gipsmodell. Die Berechnung der erbrachten Leistungen muss weiterhin den kaufmännischen Grundsätzen Vollständigkeit, Richtigkeit, Leistungswahrheit und Lei tungsklarheit entsprechen. Kurz gesagt: Das Praxislabor kann nur das berechnen, was das Praxislabor auch wirklich gemacht hat.

 

3. Leistungsketten helfen

Oft ergibt sich im Praxislabor die Situation, dass mehrere Abrechnungskräfte aus der Praxis auch die zahntechnischen Leistungen abrechnen, ohne die fertige Arbeit gesehen zu haben. Dazu rechnen unterschiedliche Zahnmedizinische Verwaltungsassistenzen oder Praxismanager:innen auch unterschiedlich ab. Erstellen Sie Leistungsketten zu diesen CAD/CAM Arbeiten und versuchen Sie damit immer einheitlich abzurechnen. Leistungsketten erleichtern allen Beteiligten die Übersicht. In DZR H1 gibt es aktuell über 100 CAD/CAM Leistungsketten für gefräste Arbeiten und 420 für analoge Arbeiten für GKV und PKV.

 

4. Lange oder kurze zahntechnische Rechnung

Sicherlich haben Sie eine bestimmte finanzielle Größe für Ihre Zirkonkrone oder -brücke im Kopf. Das ist ein erster grober Anhaltspunkt. Aber wie stelle ich die Rechnung aus, eher lang oder eher kurz und knapp? Gute Erfahrungen haben wir mit vielen Einzelpositionen, die den Werdegang einer Arbeit aufzeigen, und wenn dabei kleine Preise verwendet werden statt einer einfachen Rechnung „1 x Zirkonkrone”. Wenn einzelne Schritte im Detail aufgeführt werden, ist das auch ein Ausweis für die Komplexität der zahntechnischen Leistung.

Wenn Sie jetzt diese Leistungskette beispielhaft für Ihre erbrachten Leistungen einsetzen, haben Sie immer dieselben Positionen auf der Rechnung. Keine Einzelleistung fällt unter den Tisch. Kleine BEB-Positionen mit niedrigem Preis werden aus unserer Erfahrung eher akzeptiert als zum Beispiel eine Position mit xxxx Zirkonkrone (alles in einem Preis: 350 Euro). Hierbei kommt es bei den Privaten Krankenversicherungen und Zusatzversicherungen eher zu Nachfragen und Schriftverkehr.

 

Beispiel einer Rechnung nach DZR-Vorgaben:

GKV-Patient

Zirkonbrücke 35 auf 37, optische elektronische Abformung, virtuelle Modelle, gefräst und bemalt.

Versorgungsform: Gleichartige Versorgung.

Festzuschuss: 1 x 2.1

Beispiel GKV Patient ZIrkonbrücke 35 auf 37

 

DZR BEB CAD/CAM®

 

5. BEB Preise

Stellt sich als Letztes die Frage nach korrekten BEB Preisen. Zunächst sollten Sie als Praxisinhaber sowohl Ihren Kostenminutenfaktor als auch den Ihres Praxistechnikers kennen. Liegt der Stundensatz beim Zahnarzt zwischen 320 Euro und 400 Euro, so liegt der des Technikers – je nach Beschäftigungsdauer und Ausbildungsgrad – zwischen 70 Euro und 100 Euro. Oft weichen diese Werte aber auch individuell ab.

Fragen Sie zum Beispiel Ihren Steuerberater nach diesen Zahlen. Wenn Sie dort nicht weiterkommen, nutzen Sie die in DZR H1 vorkalkulierten BEB Preise für die CAD/CAM Leistungen. Dann haben Sie eine ungefähre Vorgabe und müssen letztendlich diese Preise nur noch individuell anpassen oder in den Leis tungsketten die eine oder andere Position weglassen oder hinzufügen.

 

 

Sie haben Fragen zu DZR BEB CAD/CAM® und zur zahntechnischen Abrechnung?

Gerne hilft Ihnen unser Team aus dem DZR Kompetenzcenter Zahntechnik BEL/BEB (Eigen-/Fremdlabor) bei Ihren Fragen weiter.

Telefon: 02131 776 85 5420
E-Mail:zahntechnik@dzr.de

 

Über den Autor: Uwe Koch (Leiter DZR Kompetenzcenter Zahntechnik/BEL/BEB)

Uwe Koch ist Zahntechniker und der Abrechnungsexperte in Deutschland zum Thema BEL II und BEB. Seit über 40 Jahren ist er in Dentallaboren, in Zahnarztpraxen, in Kliniken und für KZVen in Deutschland als Referent und Unternehmensberater tätig. Er ist Mitautor für den offiziellen BEL-II-Kommentar vom VDZI und seit vielen Jahren Referent bei allen Fragen rund um die zahntechnische Abrechnung. Seit 2021 leitet Uwe Koch das DZR Kompetenzcenter Zahntechnik/BEL/BEB.